Der Berchtesgadener Anzeiger berichtete am 6. März 2018:

Jahreshauptversammlung in Schönau am Königssee:

Pamir-Hilfe größter Arbeitgeber im Bartangtal

Berchtesgadener Hilfsverein beschäftigt Einheimische beim Bau der Krankenstation

Schönau am Königssee – »Die Pamir-Hilfe ist neben der Regierung, die die Lehrer stellt, mittlerweile der größte Arbeitgeber im Bartangtal.« Das sagte Gisela Bondes von der Pamir-Hilfe am Mittwoch auf der Jahreshauptversammlung des Vereins in Schönau am Königssee. Die Kassierin ist zusammen mit ihrem Mann Peter Bondes, 1. Vorsitzender, treibende Kraft des Hilfsvereins.

  • Pamir-Hilfe e. V.
  • Pamir-Hilfe e. V.

»Die Berchtesgadener sind weiterhin extrem großzügig und spenden gerne«, freute sich Kassierin Gisela Bondes in ihrem Bericht. Ob St.-Andreas-Flohmarkt, Frauenbünde, FC Mo, TSV Einradgruppe, Gymnasium Berchtesgaden, Frauenbünde oder Eine-Welt-Kreis Laufen – von allen Seiten gewährt man finanzielle Unterstützung, die der Bevölkerung im tadschikischen Bartangtal zugutekommt. Geld- und Sachspenden gibt es aber auch von Institutionen wie »Apotheker helfen« oder vom Eine-Welt-Kreis im Schweizer Oetwil. Der gewährt zwei Jahre lang jährlich 15000 Schweizer Franken, zweckgebunden an die neue Krankenstation.

Insgesamt flossen in den Bau, der die beim Erdbeben zerstörte alte Station ersetzen soll, bislang 32800 Euro. Die zehn Arbeiter aus der Region werden vom Verein mit 200 Dollar monatlich bezahlt. So ging in den letzten Monaten einiges weiter. Der Bau ist weitgehend fertiggestellt, Wände, Dach, Fenster und Türen – alles macht einen guten Eindruck, die Innenwände sind bereits verputzt. Relativ teuer war der Ankauf des Holzes, weil dies aus Russland kommt. Viel Geld floss aber auch in die Beschaffung von Zement, Fenstern mit Doppelverglasung, Armierung, Werkzeug und in den Transport.

Ab dem Frühling wird man sich darüber hinaus mit Unterstützung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). mit dem Bau von Toiletten beschäftigen. Gisela Bondes ist guter Dinge, dass es auch in dieser Hinsicht in Basid und Umgebung schon bald zu erheblichen Verbesserungen kommen wird. Davon wird sich das Ehepaar Bondes im August ein Bild machen können. Denn dann geht es wieder ins Bartangtal – zur Einweihung und Eröffnung der Krankenstation.

Keine Einwände hatten die Mitglieder gegen die von den Kassenprüfern Dorothee Schiegnitz und Max Seidl beantragte Entlastung der Kassierin.

Die Bilder, die 1. Vorsitzender Peter Bondes in seinem Bericht präsentierte, zeigten die harten Bedingungen, unter denen die Einheimischen im Bartangtal leben, aber auch die wilde Schönheit der Region mit Gletschern und Bergen bis fast 7000 Meter Höhe. Lawinen und Steinschlag verschütten regelmäßig die Zufahrtsstraßen, sodass das Wort »Zeit« dort eine völlig andere Rolle spielt.

Wenn sich das Ehepaar Bondes nicht gerade um die Gesundheit der Einheimischen kümmert, Schulungen für Krankenschwestern abhält oder Fenster in die neue Krankenstation einbaut, dann geht es ins Gebirge. Man unternimmt einsame Wanderungen über die Hochflächen, übernachtet in den Yurten der Einheimischen oder sieht sich an Gletschern satt, die eine Länge von bis zu 75 Kilometern erreichen. Das sorgt immer wieder für Erholung während der sonst arbeitsreichen Aufenthalte in Tadschikistan. Und davon wird es wohl noch einige geben. Schließlich freuen sich die Einheimischen schon auf einen neuen Kindergarten, den der Verein Pamir-Hilfe finanzieren will.

Wer mehr über die Pamir-Hilfe erfahren will, der hat dazu am Mittwoch, 21. März, um 17.30 Uhr im AlpenCongress die beste Gelegenheit. Im Rahmen der BERGinale werden Gisela und Peter Bondes mit Kilian Reil über Tadschikistan und die dort laufende Entwicklungshilfe berichten. Ein Teil des Erlöses fließt ebenfalls in den Bau der Krankenstation.

Ulli Kastner