Reise nach Tajikistan im April 2026
Zusammen mit Josef Graßl und einer guten Freundin ging es wieder auf die Reise nach Zentralasien.
Duschanbe und „Schmetterlingskinder“
Nach Flug von München über Istanbul nach Duschanbe zunächst Besuch der Hautklinik in der Hauptstadt. Die dermatologische Station zur Behandlung von „Schmetterlingskindern“ ist durch unsere Hilfe bereits saniert und nach westlichem Standard umgebaut. Die neuen Patientenzimmer, ein Aufenthaltsraum mit moderner Küche, Badezimmer, Toiletten und verschiedene Zusatzräume sind in reger Benutzung.
Im Vorfeld konnten wir im Dezember 2025 bis Januar 2026 fünf Tonnen Hilfsgüter mit Hilfe von „Engagement Global“ auf die sechswöchige, über 6000 Kilometer lange Reise von Berchtesgaden nach Tajikistan schicken.
In dem 40-Tonnen-Lkw befanden sich dank der großzügigen Spende von „Sternstunden e. V.“ des Bayerischen Rundfunks 20 Kubikmetern Verbandsmaterial für die Versorgung der kleinen Patienten mit Epidermolysis bullosa (auch bekannt als „Schmetterlingskinder“ – die Haut der Betroffenen löst sich aufgrund eines angeborenen Gendefektes bei kleinster mechanischer Belastung ab und hinterlässt schmerzhafte, zum Teil großflächige, Hautwunden). Die Erkrankung bedeutet einen jahrelangen, schmerzhaften Leidensweg mit schweren narbigen Verkrüppelungen und oft frühzeitigem Tod.
Die zum Teil multiplen Läsionen bedürfen spezieller, nicht anhaftender Wundauflagen und Verbänden, da sich sonst beim Verbandswechsel die neu gebildete Haut erneut ablöst. Mit dem jetzigen Transport ist die Versorgung zunächst bis Ende des Jahres gesichert.
Schulmöbel für Basid
Zudem konnten wir auch die nicht mehr benötigten Schulmöbel aus der Berchtesgadener Bacheifeldschule, mit der die Dorfschule in Basid neu eingerichtet werden kann, in den Pamir schicken. Dank für die kostenlose Überlassung an den Markt Berchtesgaden und die vielen Helfer, die beim Räumen und Verpacken geholfen haben.
Die alten Schulmöbel in Basid waren kaum noch zu gebrauchen. Mit auf den Weg gingen auch gespendete elektrische Nähmaschinen, Heizkörper für die Schule und für das Krankenhaus in Basid ein neues tragbares Ultraschallgerät.
Schulsanierung
Die Sanierung der Schule in Basid macht gute Fortschritte, nach und nach werden die einzelnen Klassenzimmer gegen die winterliche Kälte gedämmt und mit Doppelglasfenstern versehen.
Zusammen mit Männern aus dem Dorf konnte unser Freund und unermüdlicher Helfer Josef Graßl die elektrische Neuverkabelung der Dorfschule realisieren. Die Helfer wurden von ihm so gut angelernt, dass sie alleine weiterarbeiten konnten, wodurch es uns ermöglicht wurde spontan in den Wakhan-Korridor und auf die Hochebene nach Bulunkul zu fahren.
Dorfprojekte
Der Kindergarten im Dorf ist in sehr gutem Zustand und gut besucht. Zwei Kindergärtnerinnen betreuen dort etwa 20 bis 30 Kinder.
Das Krankenhaus hat einen neuen Fliesenboden, da sich die Bodenfarbe in den letzten Jahren gelöst hatte. Unser Kollege Mamadior ist weiterhin kompetent mit der Betreuung der Patienten beschäftigt und kann mit dem neuen Ultraschallgerät eine noch bessere Diagnostik betreiben.
Das „Dorfgasthaus“ wird von den durchfahrenden Talbewohnern gut frequentiert. Das Bartang-Tal ist etwa 160 km lang und man benötigt aufgrund der extremen Straßenverhältnisse ungefähr 8 Stunden für die Durchfahrt. Basid liegt auf halber Strecke, sodass hier gerne ein Pause eingelegt und gegessen wird.
Die Hängebrücke talaufwärts, die wir letztes Jahr gebaut haben, ist sehr stabil und verkürzt den Weg nach Basid für Schulkinder und Anwohner um 6 km (einfache Strecke).
Die Kleinprojekte (Betonsteinherstellung, Hühnerhaltung, Marmeladenproduktion, Wollspinnen…) laufen selbstständig.
Die Bücherei ist ebenfalls runderneuert, bedarf jedoch noch eines sicheren, regendichten Daches.
Die Hochwasserverbauung wurde von anderer Stelle bereits in Angriff genommen, ist aber leider noch nicht fertiggestellt.
Der durch das letzte Hochwasser zerstörte Turnhallenanbau ist wieder aufgebaut und mit extra starken Fundamenten gegen eine, durch den Klimawandel bedingte, zu befürchtende neuerliche Flutwelle gewappnet.
Das Turnhallendach ist jetzt regendicht, aber die Innendecke und der Turnhallenboden bedürfen einer umfangreichen Sanierung.
Altes und bleibendes Problem Elektrizität
Die neue „Power-Station“ ist ein letztes und hoffentlich nicht ewiges Problem. Die neue, zum Teil von uns mitfinanzierte, Turbine steht bereits in Khorog. Der Neubau des Turbinenhauses und der Wasserzuleitung liegen nicht in unserer Hand und es kommt seit zwei Jahren zu massiven Verzögerungen. Uns wurde ein Fertigstellung bis Ende 2026 zugesichert, ansonsten werden die Menschen in Basid weiterhin unter langen Stromausfällen leiden (im Winter besonders gravierend).
Ende 2026 würden wir gerne einen neuerlichen Transport nach Tajikistan senden. Eine Übernahme der Transportkosten durch „Engagement Global“ haben wir bereits angefragt, ebenso weitere Spendengelder von „Sternstunden e. V.“.
Peter Bondes, Fotos: Archiv Pamir-Hilfe e. V.
